Wie kommt man nun also zum Schreiben?

Tja, weiß ich eigentlich auch nicht so genau. Ich könnte höchstens erzählen, wie es mir passiert ist.

Wie kommt man zum Schreiben? Das interessiert vielleicht diejenigen, die selbst mit dem Gedanken spielen, eine Geschichte zu Papier zu bringen. Bei mir war es kein wohlüberlegter Lebensplan, sondern eher eine Verkettung glücklicher (oder unglücklicher) Umstände.

Schon als Kind habe ich gerne gelesen und mir eigene Welten ausgedacht. Aber der eigentliche Funke sprang erst viel später über. Irgendwann gab es diesen einen Gedanken, dieses eine Bild im Kopf, das mich nicht mehr losließ. Eine Figur, die nach einer Stimme verlangte. Eine Situation, die aufgelöst werden musste.

Also setzte ich mich hin und begann zu tippen. Am Anfang waren es nur wenige Seiten, Notizen, Dialogfetzen. Doch mit jeder geschriebenen Zeile entwickelte die Geschichte eine eigene Eigendynamik. Die Figuren begannen zu handeln, Entscheidungen zu treffen, die ich so gar nicht geplant hatte. Das ist das Faszinierende am Schreiben: Man ist zwar der Schöpfer, aber ab einem gewissen Punkt wird man selbst zum Beobachter.

Schreiben erfordert Disziplin, Einsamkeit und die Bereitschaft, viele Entwürfe wieder zu verwerfen. Doch wenn am Ende ein Roman entsteht, der den Leser fesselt und mitreißt, weiß man, warum man all die Stunden im Schreibzimmer verbracht hat.